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Der Meister der leeren Versprechungen

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Dieter Zetsche ist nur noch Daimler-Chef auf Abruf

Staatsoberhäupter, Könige, Diktatoren, Gangster und Millionäre fahren in vielen Filmen zwischen 1950 und 2000 Mercedes. Und so wurden Marke und Produkt damals auch wahrgenommen: als das Prämiumprodukt schlechthin. Mit diesem schönen Schein ist es aber schon länger vorbei. Unter den zehn beliebtesten Autos in Deutschland ist Daimler nur noch mit der C-Klasse vertreten. Die Umsätze stagnieren, die Gewinne schrumpfen. Der neuen Lieferwagen Citan erntete Hohn und Spott der Tester, da er nichts anderes ist als ein aufgemotzter Renault Kangoo. Mit der neuen A-Klasse werden Senioren, früher die besten Kunden dafür, systematisch vergrault. Im Luxussegment fährt die Marke mit dem Stern BMW, Audi und inzwischen sogar VW seit Jahren hinterher.

Wen wundert es also, daß der Vertrag von Dieter Zetsche, Daimlers Vorstandsvorsitzenden, nur um drei und nicht um fünf Jahre verlängert wurde? Zetsche ist der Meister der lauten Ansagen und der großen Versprechen. Serienproduktion von Autos mit Brennstoffzellen, Elektroautos und der baldige Aufschluß zu Toyota – alles wurde von Zetsche jeweils mit viel Tamtam verkündet, eingetroffen ist nichts. Aufsichtsrat, Markt und Aktionäre glauben dem „Meister der Ankündigungen“ (Wirtschaftswoche) nicht mehr. Die Aktie darbt seit Jahren und liegt deutlich unter der Entwicklung des Deutschen Aktienindexes DAX.

Natürlich ist Dieter Zetsche an der ganzen Misere nicht alleine schuld. Edzard Reuter, sein Vorvorgänger, wollte just damals, als der Kalte Krieg zu Ende ging, aus Daimler einen Luft- und Raumfahrtkonzern mit dem Schwerpunkt Rüstung schmieden und hat das Unternehmen darüber finanziell ausgeblutet. Jürgen Schrempp, der Mann zwischen Reuter und Zetsche, hat die sündteure Fusion mit Chrysler verbockt und dabei glatt übersehen, daß die einstige Nobelmarke währenddessen von BMW und Audi rechts und links überholt wurde.

Wenn Zetsche sich nun mit einer angejahrten Schauspielerin in der Öffentlichkeit zeigt, deren früher TV- und Filmruhm längst verblaßt ist, dann paßt das genau ins Bild.

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