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EU-Regelungswut – Ab 2013 müssen Hausbesitzer Energieausweise vorlegen

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Bürokraten und Kobras

Als Indien noch britische Kolonie war, gab es dort einmal eine Kobra-Plage. Die Giftschlangen vermehrten sich stark und bedrohten Mensch und Tier. Um der Plage Herr zu werden, setzte die Kolonialverwaltung Prämien auf tote Schlangen aus. Die Kobras wurden jedoch nicht weniger, sondern mehr. Was war geschehen? Richtig: Die Inder hatten angefangen, Kobras zu züchten, um die Prämie zu kassieren. Die Maßnahme wurde über Nacht wieder abgeschafft. So geht es, wenn Bürokraten glauben, sie müßten alles regeln.

Hohe Strafen drohen

Das hiesige bürokratische Äquivalent zur Kobra-Prämie ist der Energieausweis für Privathäuser. Was das ist? Das ist ein Dokument, in dem der gesamte Energieverbrauch eines Wohngebäudes von einem zertifizierten Experten bescheinigt wird. Seit 2008 schon muß jeder Hausbesitzer so etwas haben, gekümmert hat sich bislang aber keiner drum, weil der Energieausweis nur eine Rolle spielte, wenn ein Käufer oder Mieter ausdrücklich einen verlangte. Damit ist jetzt Schluß. Ab Januar 2013 muß der Energieausweis bei Verkauf und Vermietung unaufgefordert vorgelegt werden. Immobilienvermieter und –verkäufer müssen den sog. „Energieverbrauchskennwert“ eines Gebäudes bereits in ihren Anzeigen nennen. Tut sie dies nicht, drohen ihnen Bußgelder bis zu 15.000 Euro. Andere Verstöße gegen die Energieeinsparverordnung (EnEV) können zwischen 5.000 und 50.000 Euro kosten. Natürlich kann man auch mehrfach bestraft werden. Hinter diesem neuen Regelungstrara steckt eine Entscheidung der EU, die auf der EU-Gebäuderichtlinie von 2010 basiert. Diese wird jetzt in nationales Recht umgewandelt und gilt seit 2012 auch in Deutschland.

Der freie Markt hätte genügt

Nun ist es ja gar keine Frage, daß Energiesparen sinnvoll ist. Jeder Hausbesitzer weiß das und tut doch selber alles dafür, daß seine Energiekosten sich nicht andauernd erhöhen. Auch Käufer und Mieter sind nicht schutzlos. Sie können sich Energieabrechnungen der Vergangenheit vorlegen lassen und sehen dann schnell, woran sie sind. Wer ein altes Haus kauft, schaut sich Öltank und Brenner an, prüft Fenster und Türen, Stärke und Bauweise der Mauern und weiß Bescheid. Will einer wirklich auf Nummer sicher gehen, bringt er eben seinen eigenen Sachverständigen mit. Markt, Wettbewerb und Eigeninitiative hätten alles ganz von selbst geregelt.

Die EU will keine freien Märkte

Aber die EU-Bürokratie hält nichts vom freien Spiel der Kräfte. Da wäre sie ja überflüssig! Also wird gesetzt, gesatzt und geregelt, genahndet, geurteilt und bestraft. Immerhin haben dann ein paar arbeitslose Architekten und brotlose Ingenieure, die nun einen auf Energieberater machen können, ein bißchen was verdient. Rechtsanwälte und Gerichte dürfen sich auf einen Klageschub freuen, und mancher, der seinem Nachbarn Böses will, kann ihn nun anonym hinhängen, weil der in einer harmlosen Anzeige den Energieverbrauchskennwert nicht angegeben hat.

Und wieder einmal ist es dank EU-Unterstützung gelungen, aus einem guten Gedanken eine schlechte Praxis zu machen.

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